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Wiener Börse 2 - Leitindex nach volatilem Handelstag höher / ATX rutschte kurz vor Sitzungsschluss noch ins Minus - US-Konjunkturdaten erhöhen Chance auf beschleunigtes Tapering - Do&Co ergattern US-Auftrag, Aktie legt 3,6% zu

Die Wiener Börse hat den Handel am Freitag mit etwa höheren Notierungen beendet. Der heimische Leitindex ATX schloss nach einem volatilen Handelstag mit einem Aufschlag von 0,21 Prozent auf 3.697,77 Einheiten. Der breiter gefasste ATX Prime gewann 0,20 Prozent auf 1.858,14 Zähler.

Nach einem starken Frühhandel ging dem ATX zu Mittag die Puste aus, die Verlaufsgewinne schmolzen fast zur Gänze dahin. Doch der Leitindex nutzte die Verschnaufpause und setzte zu einer Erholung an. Diese gelang zunächst, auch der US-Arbeitsmarktbericht sorgte nur für einen kleinen Rücksetzer. Doch mit starken US-Stimmungsdaten und einer schwächelnden Wall Street rutschte der Wiener Markt wieder ab und kurzzeitig sogar ins negative Terrain, um dann doch noch mit letzter Kraft einen kleinen Kursgewinn herauszuarbeiten.

Der Handelstag stand im Zeichen von US-Konjunkturdaten. Der US-Arbeitsmarktbericht fiel gemischt aus. Die neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft blieben im November deutlich unter den Erwartungen, die Arbeitslosenquote hingegen sank deutlicher als prognostiziert. Die durchschnittlichen Stundenlöhne erhöhten sich gegenüber dem Vormonat weniger stark als erwartet.

Etwas später wurde bekannt, dass die Stimmung im Dienstleistungssektor der USA auf ein Rekordhoch geklettert ist. Zudem hat die US-Industrie ihr Neugeschäft im Oktober stärker gesteigert als erwartet. Das nährt die Annahme am Markt, dass die US-Notenbank Fed das Tapering, also das Zurückfahren der Anleihekäufe, beschleunigen könnte. Neben geldpolitischen Erwartungen lasteten aber weiterhin auch Sorgen um Omikron auf der Stimmung, die Anleger sind weiterhin nervös, das Geschäft volatil.

In Wien gab es gute Nachrichten für die Investoren von Do&Co. Der Airline-Caterer gab bekannt, dass er einen neuen Auftrag in den USA gewonnen hat. Demnach intensiviert das Unternehmen seine Zusammenarbeit mit der US-Airline Delta Air und übernimmt als "Hub Caterer" in Boston die Versorgung der Delta-Air-Passagiere. Die Papiere gingen in Reaktion um 3,58 Prozent fester aus dem Handel und führten damit die Liste der Kursgewinner im prime market an.

Fester zeigten sich auch Semperit (plus 3,01 Prozent) und Andritz (plus 1,23Prozent). Die Erste Group schreibt in ihrem "Austrian Daily", dass der Anlagenbauer einen weiteren Auftrag von GUTEX Holzfaserplattenwerk bekommen hat, zudem startet das Unternehmen am 13. Dezember ein Rückkaufprogramm. Es sollen bis zu eine Million Aktien erworben werden.

Die Aktien der OMV profitierten von einer positiven Analystenstimme: Im Rahmen einer Sektorstudie wurde von der Deutschen Bank das Kursziel für die Aktien des Ölkonzerns von 58,6 auf 64,0 Euro angehoben, die Anlageempfehlung "Buy" blieb aufrecht. Auch die nach neuen OPEC-Beschlüssen steigenden Rohölpreise dürften sich positiv auf den Kursverlauf ausgewirkt haben. OMV-Papiere schlossen um 0,90 Prozent höher auf 48,24 Euro.

Branchenkollege Schoeller-Bleckmann drehten nach einem überwiegend freundlichen Handelstag ins Minus und verloren 0,49 Prozent auf 30,50 Euro. Die Analysten von Raiffeisen Research haben ihr Kursziel für die Aktie des Ölfeldausrüsters zuletzt von 38 auf 40 Euro erhöht und ihre Empfehlung von "Hold" auf "Buy" angehoben.

Die Liste der Kursverlierer führten Addiko Bank mit minus 5,42 Prozent an. BAWAG büßten 0,96 Prozent ein und voestalpine mussten einen Abschlag von 1,82 Prozent mit ins Wochenende nehmen.

kat/ste

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