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Aktien Frankfurt: Dax stabilisiert sich - Entspannungssignale von den US-Börsen

Nach dem tiefen Kursrutsch unter die Marke von 15 000 Punkten hat sich der Dax am Donnerstag schrittweise wieder erholt und die runde Marke zurückerobert. Am Nachmittag verbuchte der deutsche Leitindex noch ein Minus von 0,42 Prozent auf 15 086,39 Punkte. Rückenwind gab es durch jüngste Entspannungssignale von den US-Börsen. Am Morgen hatten noch zunehmende Inflationssorgen - befeuert vom unerwartet kräftigen Anstieg der US-Verbraucherpreise - den Dax auf den tiefsten Stand seit Ende März gedrückt.

Der MDax der mittelgroßen Werte konnte im Handelsverlauf seine Verluste komplett eindämmen und stand zuletzt bei 31 643,71 Zählern hauchdünn über dem Vortagesniveau. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verbuchte noch ein Minus von 0,49 Prozent bei 3928,22 Zählern.

An den US-Märkten grassiert derzeit die Angst, dass der Preisdruck die Erholung der größten Volkswirtschaft der Welt im Keim ersticken könnte. Denn die US-Notenbank könnte dann womöglich schneller als gedacht an der Zinsschraube drehen, was Aktien im Vergleich zu Anleihen weniger attraktiv machen und Finanzierungskonditionen für Unternehmen verschlechtern könnte.

An den US-Börsen hatte daher der für April gemeldete höchste Anstieg der US-Verbraucherpreise seit September 2008 die Kurse noch zur Wochenmitte weiter einbrechen lassen. Zwar fiel am Donnerstag auch der Anstieg der neu veröffentlichten US-Erzeugerpreise höher aus als von Experten erwartet, dennoch steuerten die US-Börsen zuletzt auf einen positiven Handelsstart zu.

Laut Portfoliomanager Thomas Altmann von QC-Partners treibt die Anleger nunmehr die Frage um, ob es sich bei den aktuellen Kursverlusten um eine nur kurze Korrektur oder den Beginn eines größeren Ausverkaufs handelt. "Alle haben Angst, ihre Buchgewinne wieder zu verlieren. Gleichzeitig ist die Angst, in den fallenden Markt hinein zu verkaufen und in der anschließenden Erholung nicht mehr dabei zu sein, aber genau so groß." Im Dax habe daher die Kaufbereitschaft der Anleger zuletzt knapp unterhalb der Marke von 15 000 Punkten wieder zugenommen.

Europaweit wechselten die Anleger dabei aus Risikowerten in vermeintlich sichere Häfen. Hierzulande etwa profitierten die als defensiv geltenden Versorger und Werte aus dem engeren und weiteren Pharmasektor. Im Dax kletterten RWE an der Index-Spitze um 1,6 Prozent. Aktien des Dialyseanbieters Fresenius Medical Care (FMC) und des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck KGaA taten sich mit Aufschlägen von rund eineinhalb Prozent hervor.

Dagegen machten die Anleger einen großen Bogen um die besonders konjunkturabhängigen Zykliker aus dem Automobilsektor. Als Dax-Schlusslichter mussten Daimler und der Reifenhersteller Continental Abschläge von bis zu zwei Prozent hinnehmen.

Im MDax waren auch die Corona-Profiteure wieder gefragt: Aktien des Kochboxenversenders Hellofresh etwa gewannen an der Index-Spitze fast fünfeinhalb Prozent und erholten sich so vom jüngsten Kursknick.

Der Euro konnte sich nach deutlichen Vortagesverlusten stabilisieren und wurde zu 1,2088 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,2118 Dollar festgesetzt./tav/he

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

 ISIN  DE0008469008  DE0008467416

AXC0125 2021-05-13/15:16

Relevante Links: HelloFresh SE, Daimler AG, Continental AG, RWE AG, Merck KGaA, Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA

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