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BAWAG kauft irische Depfa Group von deutscher FMS Wertmanagement / Abbau der Tochter der deutschen Bad Bank soll weitergehen

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Details zu deutscher FMS und Depfa
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Die börsennotierte BAWAG kauft die irische Depfa Bank. Diese ist eine Tochter der staatlichen deutschen "Bad Bank" FMS, die nach dem Zusammenbruch der Hypo Real Estate gegründet wurde. Zum Kaufpreis machte die BAWAG am Montag keine Angaben, es sei Stillschweigen vereinbart worden. Aufsichtsrechtliche Genehmigungen sind noch ausständig.

Die Depfa Group mit Hauptsitz in Dublin war Teil der Hypo Real Estate Holding AG, die 2009 verstaatlicht wurde. Vor der Verstaatlichung konzentrierte sich die Depfa Group hauptsächlich auf die Emission von Pfandbriefen des öffentlichen Sektors, so die BAWAG in ihrer Mitteilung. Die Depfa Group war 2014 von der FMS-WM übernommen worden und befindet sich im Prozess der Abwicklung ihres Bankgeschäfts. "Die BAWAG Group wird weiterhin einen geordneten Abbau sicherstellen und dabei auf die Infrastruktur und die operativen Fähigkeiten der breiteren Gruppe zurückgreifen", teilte sie mit.

"Die Übernahme der Depfa stellt eine attraktive und kapitalerhöhende Investitionsmöglichkeit dar", so BAWAG-Chef Anas Abuzaakouk. "Sie ermöglicht uns, hochwertige Vermögenswerte mit geringem Risiko zu erwerben, unsere Bilanz zu nutzen und auf unsere Infrastruktur und operativen Fähigkeiten zurückzugreifen."

Die deutsche Bundesregierung kann mit den Verkauf eine der Altlasten aus der Finanzkrise zu den Akten legen. Die ehemaligen Muttergesellschaft der irischen Depfa, die deutsche Hypo Real Estate (HRE), brach vor zwölf Jahren zusammen. Für die FMS und den deutschen Staat hat es sich offenbar gelohnt: "Unter dem Strich findet die Abwicklung der Depfa mit dem Verkauf einen auch aus der Sicht des deutschen Steuerzahlers erfolgreichen Abschluss", sagte FMSW-Vorstandssprecher Christoph Müller.

Die Entscheidung, die Depfa nicht schon 2014 zu verkaufen, sondern an die FMS anzudocken, habe sich als richtig erwiesen, erklärte FMS-Verwaltungsratschef Michael Kemmer. Die HRE-"Bad Bank" hatte die Abwicklung der Depfa in den vergangenen Jahren forciert und sie im Sommer 2020 offiziell zum Verkauf gestellt. Von 2014 bis Mitte 2020 schrumpfte die Bilanzsumme der Depfa von 48,5 Milliarden auf 6,9 Milliarden Euro zusammen. In ihr lagern im Wesentlichen noch europäische Staatsanleihen und Kredite an die öffentliche Hand in Westeuropa.

Die BAWAG kann das Portfolio weiter abbauen und später vom überschüssigen Kapital profitieren: Mitte 2020 verfügte die Depfa noch über 634 Millionen Euro Eigenkapital. Dabei hatte sie bereits 150 Millionen Euro Dividende an die FMS ausgeschüttet.

Die riskante Refinanzierung der Depfa hatte die HRE 2008 in Schieflage gebracht, so dass sie vom Staat aufgefangen werden musste. Der HRE-Nachfolger pbb hatte sie 2013 schon einmal zu verkaufen versucht. Doch der deutsche Staat entschied damals, die Depfa stattdessen für 323 Millionen Euro in die Hände der eigenen "Bad Bank" FMS zu geben. Diese hat aus der Abwicklung allein 2018 und 2019 zusammen 377 Millionen Euro Sondergewinne herausgeholt. Das habe "sogar unsere eigenen Erwartungen deutlich übertroffen", sagte Müller.

phs/ivn

 ISIN  AT0000BAWAG2
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