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Aktien Frankfurt: Vielleicht doch noch eine Jahresendrally

Mit Kursgewinnen hat der Dax am Dienstag an seinen positiven Wochenstart angeknüpft. Gegen Mittag legte der Leitindex um 0,72 Prozent auf 13 318,84 Punkte zu. Er unternimmt damit einen weiteren Versuch, die Marke von 13 300 Punkten nachhaltig zu überwinden. In den vergangenen Wochen war er kaum darüber hinausgekommen.

Von einer Jahresendrally lässt sich noch nicht sprechen, nach unten scheint der Index charttechnisch gleichwohl gut abgesichert. Die bereits bekannte Branchenrotation hin zu Zyklikern etwa aus der Automobil- und Chemieindustrie gehe weiter, werde aber dem Dax wohl keinen nachhaltigen Kursschub geben können, glaubt Börsenexperte Andreas Lipkow von Comdirect.

Stützend wirkten am Dienstag vor allem positive Konjunkturdaten aus China. Und auch der tags zuvor im späten US-Handel klar ins Minus gerutschte Dow Jones Industrial wird nun ebenfalls wieder mit Kursgewinnen erwartet. Neue Impulse versprechen sich Marktexperten von der Sitzung der US-Notenbank Fed an diesem Mittwoch.

Der MDax der 60 mittelgroßen Werte notierte am Dienstag prozentual unverändert auf 29 726,32 Punkten, nachdem er am Vortag abermals ein Rekordhoch erreicht hatte. Dies gelang am Dienstag auch wieder dem SDax der kleineren Werte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es zuletzt um 0,55 Prozent hoch.

An der Börse überwiege zwar immer noch die Hoffnung auf ein Ende der Corona-Pandemie und eine starke wirtschaftliche Erholung im kommenden Jahr, aber das aktuelle Infektionsgeschehen dürfte in den kommenden Wochen ein nicht zu unterschätzender Bremsklotz für die Aktienkurse bleiben, erläuterte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets.

Am Markt hierzulande stehen die Einzelhändler Ceconomy und Metro mit Zahlen im Blick. Der Ausblick von Ceconomy sei klar besser als erwartet, sagte ein Händler. Vor allem aber lobten Marktteilnehmer die Komplettübernahme der Elektronikkette Media Saturn. Ceconomy sprangen um mehr als ein Viertel hoch. Metro rückten trotz eines schwachen Ausblicks um mehr als sechseinhalb Prozent vor. Die stabile Dividende von 70 Cent je Aktie dürfte dabei hilfreich sein, vermutete ein Händler.

Die Vorzüge von Volkswagen bekamen Auftrieb vom beigelegten Streit um die Führungsrolle von Konzernchef Herbert Diess. Die Papiere gewannen als Dax-Spitzenreiter fünf Prozent. Die Rückendeckung für Diess von den VW -Aufsehern sei eine gute Nachricht, schrieb Analyst Arndt Ellinghorst von Bernstein Research. Die Führungsunsicherheit sei der Grund für seine bisherige negative Einschätzung der Aktie gewesen. Nun hob er das Votum auf "Market-Perform" an.

Infineon sackten am Dax-Ende um 1,2 Prozent ab, womit die Anteile des Chipherstellers eine Teil ihres kräftigen Kurszuwachses aus dem späten Handel am Vortag wieder zunichte machten.

Eine Cyberattacke setzt dem Duftstoff- und Aromenhersteller Symrise zu und dessen Aktien unter Druck. Der Kurs fiel um mehr als zwei Prozent. Solange das Problem noch nicht gelöst sei und die Produktion noch nicht auf vollen Touren laufe, dürfte es die Aktie schwer haben, sagte ein Händler am Morgen./ajx/fba

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

 ISIN  DE0008469008  EU0009658145  DE0008467416

AXC0170 2020-12-15/12:01

Relevante Links: Metro AG, Ceconomy AG, Volkswagen AG, Infineon Technologies AG, Symrise AG

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