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Aktien Frankfurt: Freundlich - Dax verliert aber an Schwung

Der deutsche Aktienmarkt hat einen freundlichen Wochenstart erwischt. Allerdings ist der Großteil der deutlichen Gewinne aus dem frühen Handel mittlerweile verpufft. Anfänglich honorierten die Anleger neue Erfolgsmeldungen bei der Bekämpfung von Covid-19-Infektionen. So erhielt hat der Antikörper-Cocktail des Biotech-Unternehmens Regeneron eine Notfallzulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA. Zudem gab der Pharmakonzern Astrazeneca für seinen Corona-Impfstoff eine Wirksamkeit von rund 70 Prozent bekannt.

Der Dax notierte am Nachmittag noch 0,25 Prozent höher bei 13 170,15 Punkten und setzte damit seinen moderaten Gewinn vom Freitag fort. Im frühen Handel war der Leitindex sogar über die Marke von 13 300 Punkten auf den höchsten Stand seit September geklettert. Der MDax der 60 mittelgroßen Werte rückte am Montag um 0,23 Prozent auf 29 065,72 Zähler vor. Für den EuroStoxx 50 ging es um rund 0,3 Prozent nach oben.

"Die höchstwahrscheinlich verlängerten und teilweise neuen Lockdown-Maßnahmen, die am Mittwoch beschlossen werden, stehen zwar nicht ganz oben auf der Wunschliste der Anleger. Die Einschränkungen beziehen sich allerdings vor allem auf den privaten Bereich, während das wirtschaftliche Tun der Menschen größtenteils nicht eingeschränkt wird. Es gibt keine Ausgangssperren und das ist gut für die Börse, die den Pfad der konjunkturellen Erholung damit ein paar Wochen weiterschreiben kann", erklärte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets.

Stahlwerte profitierten von Hoffnungen auf Staatsgelder und zählten zu den Favoriten. Die Papiere von Thyssenkrupp stiegen um 6,4 Prozent, jene von Salzgitter schnellten um 8,7 Prozent nach oben. Die Anteilsscheine des Stahlhändlers KlöCo legten um 4,7 Prozent auf den höchsten Stand seit über anderthalb Jahren zu. Die SPD-Fraktion in Nordrhein-Westfalen fordert akute Maßnahmen der Landesregierung in Reaktion auf die sich zuspitzende Lage in der Stahlindustrie.

Corona-Verlierer wie MTU , Lufthansa und auch Airbus bekamen angesichts der Hoffnung auf eine schnelle Einführung eines wirksamen Corona-Impfstoffes wieder Oberwasser. Krisengewinner wie Delivery Hero , Shop Apotheke oder auch Zooplus und Hellofresh verloren dagegen.

Eine skeptische Studie von JPMorgan erwischte die Aktionäre von Hellofresh kalt. Die Papiere des Kochboxenanbieters sackten als MDax-Schlusslicht um 5,0 Prozent ab. JPMorgan-Analyst Marcus Diebel glaubt, dass Hellofresh Probleme bekommen dürfte, die Anzahl von Stammkunden weiter nennenswert zu steigern. Er hält ein Kursziel von 35 Euro für fair und signalisiert damit weiteres Rückschlagsrisiko.

Die Aktien von Bilfinger reagierten mit einem Plus von 2,6 Prozent auf weitere Spekulationen über eine Übernahme des Industriedienstleisters. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet, hat sich die Private-Equity-Firma CVC Capital Partners dem Übernahmewettlauf um Bilfinger angeschlossen. Die Bilfinger-Papiere sind seid Anfang November, als bereits erste Spekulationen um Kaufinteressenten an dem Mannheimer Unternehmen kursierten, deutlich nach nach oben geschnellt.

Die BVB-Aktien setzten ihre Erholung nach einem für Borussia Dortmund positiven Fußball-Wochenende fort und stiegen um 3,0 Prozent. So konnten die Borussen dank eines Sieges über Hertha BSC Berlin den Patzer von Bayern München ausnutzen und sich bis auf einen Zähler an den Tabellenführer heranschieben.Seit dem Zwischentief bei 4,17 Euro im Oktober haben die BVB-Aktien nun schon um rund 35 Prozent zugelegt.

Der Euro notierte zuletzt bei 1,1897 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1863 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei minus 0,58 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 146,10 Punkte. Der Bund-Future sank am frühen Nachmittag um 0,22 Prozent auf 175,35 Punkte./edh/mis

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX --

 ISIN  DE0008469008  EU0009658145  DE0008467416

AXC0242 2020-11-23/15:06

Relevante Links: HelloFresh SE, zooplus AG, MTU Aero Engines AG, Delivery Hero SE, Deutsche Lufthansa AG, ThyssenKrupp AG, Shop Apotheke Europe N.V., Borussia Dortmund GmbH & Co.KGaA, Bilfinger SE, Airbus SE, Klöckner & Co SE, AstraZeneca plc

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