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Wiener Börse (Eröffnung) - ATX tendiert erneut klar im Minus / Leitindex verliert 0,87 Prozent - Deutsche Bundeskanzlerin Merkel spricht wegen Corona von dramatischer Lage - Nach Zahlen OMV unter Druck

Die Wiener Börse hat am Donnerstagvormittag mit klaren Verlusten tendiert. Der heimische Leitindex ATX notierte kurz nach 9.30 Uhr um 0,87 Prozent tiefer bei 2.035,48 Einheiten. Der breiter gefasste ATX Prime verlor 0,97 Prozent auf 1.039,71 Punkte.

Weltweit bleiben die steigenden Corona-Infektionszahlen und die damit verbundenen neuen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie im Fokus. So hatte neben Deutschland zuletzt auch Frankreich als einer der wichtigsten Volkswirtschaften der Eurozone neue Verschärfungen angekündigt. Zuletzt meldete sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Wort und sagte, "wir befinden uns zum Beginn der kalten Jahreszeit in einer dramatischen Lage. Sie betrifft uns alle. Ausnahmslos."

"Die Maßnahmen verstärken die Sorgen vor einer Beeinträchtigung der konjunkturellen Erholung und so dürfte die Risk-off-Stimmung bestehen bleiben. Die Veröffentlichung des US-Wachstums des 3. Quartals wird daran kaum etwas ändern", kommentierten hierzu die Helaba-Analysten in der Früh mit Hinblick auf etwaige konjunkturelle Impulsgeber. "Vor diesem Hintergrund trägt das Scheitern der Verhandlungen für ein weiteres Hilfspaket im US-Kongress ebenfalls nicht zur Stimmungsaufhellung bei", schrieben sie weiter.

Ebenso wenig helfe die Beteuerung der Handlungsbereitschaft seitens der Europäischen Zentralbank (EZB), erläuterten die Experten der Helaba überdies. Die EZB wird am frühen Nachmittag ihre Zinsentscheidung bekannt geben, kurz nachdem in den USA erneut wöchentliche Arbeitsmarktdaten veröffentlicht werden.

Dass zunächst positive Vorgaben von den US-Futures kamen, die nach einer erneut enorm schwachen Börsensitzung an der Wall Street höher tendierten, dürfte in den Hintergrund getreten sein. Der S&P-500 hatte zur Wochenmitte mehr als dreieinhalb Prozent abgegeben und seinen schwächsten Handelstag seit Mitte Juni absolviert. Für den Volatilitätsindex ging es indes um 6,9 Punkte auf über 40 Zähler hinauf.

Seitens Zahlenvorlagen traten hierzulande berichterstattende Unternehmen in den Vordergrund. So traf die Coronakrise den österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV schwer: Der Umsatz brach im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 38 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro ein, das operative Ergebnis der Gruppe drehte auf 607 Mio. Euro in die Verlustzone. Das um Lagerhaltungseffekte bereinigte CCS-Nettoergebnis vor Sondereffekten brach um 83 Prozent auf 80 Mio. Euro ein, wie die OMV mitteilte. Das Wertpapier des Konzerns gab an der Wiener Börse zunächst 2,62 Prozent ab.

Die Coronakrise ließ den Gewinn des oberösterreichischen Aluminiumkonzerns AMAG indes um knapp zwei Drittel einbrechen. Das Ergebnis nach Ertragsteuern verringerte sich in den ersten drei Quartalen auf 11,1 Mio. Euro nach 30 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Der Umsatz sank um 18 Prozent auf 673,2 Mio. Euro. Die Aktie tendierte zunächst prozentuell unverändert.

Mit Blick auf die weiteren Einzelwerte konnten sich zunächst die schwer gewichteten Aktien der Erste Group gegen den allgemeinen Negativtrend stemmen und gewannen 0,41 Prozent. Kapsch stiegen an die Spitze des prime market mit plus 2,27 Prozent. Steil nach unten ging es für FACC, die um 4,24 Prozent nachgaben. Strabag verbilligten sich um 3,53 Prozent und BAWAG um 3,14 Prozent.

sto/mik

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