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ROUNDUP: Corona-Krise sorgt bei Vinci für Umsatzrückgang - Aktie im Minus

Die Corona-Pandemie bremst den französischen Bau- und Dienstleistungskonzern Vinci weiterhin. Der Luftverkehr an den Flughäfen des Konzerns blieb schwach, das Baugeschäft war wegen des Lockdowns im Vorquartal in Frankreich noch beeinträchtigt und auch der Verkehr auf den Maut-Autobahnen erholte sich im dritten Quartal nur wenig.

Der Umsatz sank daher in den ersten neun Monaten im Jahresvergleich um fast 12 Prozent auf rund 30,8 Milliarden Euro, wie Vinci am Dienstagabend in Rueil Malmaison mitteilte. Auf vergleichbarer Basis gingen die Erlöse mit 13,2 Prozent noch etwas deutlicher zurück. Dennoch übertraf Vinci damit die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit weniger gerechnet hatten.

Am Kapitalmarkt sorgten die Nachrichten keineswegs für Begeisterung. Die Vinci-Aktie lag am Mittwochvormittag in Paris rund ein Prozent im Minus. Im laufenden Jahr haben die Titel bereits rund ein Viertel an Wert eingebüßt. Auf längere Sicht sieht es mit einem Plus von über einem Viertel in den zurückliegenden fünf Jahren dagegen deutlich besser aus. An der Börse kommt Vinci derzeit auf eine Marktkapitalisierung von rund 44 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einem signifikanten Gewinnrückgang. Konzernchef Xavier Huillard zeigte sich aber zuversichtlich, dass es 2021 zu einer Erholung kommt, auch wegen der Ausgabenprogramme der Regierungen. Der Gewinn dürfte 2021 im Vergleich zu 2020 zulegen, aber unter dem Niveau von 2019 bleiben.

Im ersten Halbjahr hatte die Corona-Krise Vinci sogar in die roten Zahlen gestürzt. Unter dem Strich hatte ein Verlust von 294 Millionen Euro gestanden. Unter anderem auch deshalb, weil der Luftverkehr an den Flughäfen des Konzerns zusammenbrach, das Baugeschäft wegen des Lockdowns in Frankreich zeitweise stillstand und der Verkehr auf den Maut-Autobahnen zurückging. Vinci berichtet wie in Frankreich üblich nur halbjährlich über Gewinnkennzahlen.

Nachdem sie im zweiten Quartal hart von den Pandemie-Folgen getroffen wurden, kehrten die meisten Geschäftszweige nun zur Normalität zurück, teilte Vinci weiter mit. Während die Umsatzrückgänge im Flughafen-Geschäft und im Geschäft mit Maut-Autobahnen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach neun Monaten weiterhin deutlich ausfielen und vor allem die von Vinci betriebenen Airports unter dem erneuten Ausbruch der Pandemie im September litten, lief es im Energiegeschäft besser. Dort waren die Erlöse nur leicht rückläufig.

Positiv entwickelte sich in den ersten neun Monaten derweil der Auftragseingang, der um 4 Prozent zulegte. Vinci verwies darauf, dass der Konzern einige große Verträge in Europa und auch in Kanada habe abschließen können, darunter ein Zug-Projekt in Großbritannien sowie ein Tunnel- und Straßenprojekt in den kanadischen Städten Montreal und Calgary.

Aus Sicht von Analystin Stephanie D'Ath vom Analysehaus RBC hat Vinci robust abgeschnitten und sowohl ihre Prognose als auch die Markterwartung übertroffen. Zudem habe Vinci mehr Barmittel erwirtschaftet als gedacht. Nabil Ahmed von der britischen Investmentbank Barclays geht davon aus, dass das Geschäft mit Flughäfen bei dem Infrastrukturbetreiber ein Risiko bleibt.

Mit Blick auf den angepeilten Kauf von Geschäftsteilen des spanischen Wettbewerbers ACS bleibe Vinci zuversichtlich, hieß es in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die Franzosen hatten ACS Anfang Oktober ein unverbindliches Angebot für das Segment "Industrial Services" vorgelegt.

Demnach bietet Vinci 5,2 Milliarden Euro für die Sparte, zu der sowohl Ingenieuraktivitäten als auch eine Plattform für Entwicklung neuer Projekte bei erneuerbaren Energien zählen. Grupo ACS sei offen für Gespräche, hieß es. ACS ist Mehrheitseigner des im MDax notierten Konzerns Hochtief ./eas/men/mis

 ISIN  FR0000125486

AXC0126 2020-10-21/10:24

Relevante Links: VINCI S.A., Hochtief AG

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