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Harms: Viele meinen es mit Endlager-Suche 'sehr ernst'

Die ehemalige Europa-Abgeordnete der Grünen, Rebecca Harms, sieht in dem neuen Verfahren zur Ermittlung eines geeigneten Gebietes für ein Atommüll-Endlager eine große Chance. "Mein Eindruck ist, dass viele, die für das Verfahren zuständig sind, es sehr ernst meinen", sagte Harms, die zu den Gründungsmitgliedern der Bürgerinitiative gegen ein geplantes Endlager in Gorleben gehörte, der Deutschen Presse-Agentur. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung will am Montag einen Zwischenbericht veröffentlichen, in dem Teilgebiete benannt werden, die unterirdisch Wirtsgesteine wie Salz, Kristallin oder etwa Granit und Ton aufweisen.

"Diese Suche ist eine der schwierigsten Aufgaben, die ein Land zu lösen hat. Es gibt weltweit kein einziges, das eine Lösung für tiefengeologische Endlagerung von hoch radioaktiven Abfällen hat", betonte die 63-Jährige, die nach eigenen Angaben Initiatorin des Weltatommüllberichts eines Teams von Wissenschaftlern aus sieben Ländern ist. In deutscher Fassung soll er im Oktober von der Heinrich-Böll-Stiftung vorgestellt werden.

Trotz ihres Eindrucks von der Ernsthaftigkeit und den Chancen des neuen Verfahrens glaubt die Atomexpertin, dass Politik, Behörden, Wissenschaft und Bürger noch viel Engagement, Verständigung und Geduld brauchen, damit die Endlagersuche gelingen kann.

Harms bleibt bei der Meinung, dass der Standort Gorleben in einem fairen und wissenschaftsbasierten Verfahren ausgeschlossen werden muss. Der Salzstock sei nach geologischen Kriterien ungeeignet und auch politisch gescheitert. In den 70er Jahren wurde entschieden, dort ein Endlager einzurichten - nach heftigen Protesten die Suche aber neu gestartet./koe/DP/zb

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AXC0031 2020-09-25/05:59

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