, dpa-AFX

Aktien Europa: Schwache Vorgaben der Wall Street belasten

Die schwachen Vorgaben der Wall Street haben am Freitag auch den Anlegern an Europas Börsen auf die Stimmung gedrückt. Der EuroStoxx 50 kam nach einem zunächst noch leicht positiven Auftakt wieder zurück und notierte kurz vor dem Mittag um 0,24 Prozent tiefer bei 3304,77 Punkten. Damit kam die Schwäche der Wall Street aber mit kräftig abgebremsten Tempo an Europas Märkten an.

Die US-Börsen hatten am Vorabend erneut deutlich nachgegeben, insbesondere die US-Technologiewerten setzten die seit Tagen laufende - und nur kurz unterbrochene - Korrektur mit voller Kraft weiter fort. Auch Europas Märkte waren von den Auswirkungen der Kurskapriolen an der Wall Street in den vergangenen Handelstagen nicht verschont geblieben. Für den EuroStoxx 50 zeichnet sich aber dank der Erholung am Mittwoch derzeit noch ein Wochenplus von mehr als einem Prozent ab.

Hingegen hatte der EZB-Leitzinsentscheid am Vortag an den Aktienmärkten kaum für Reaktionen gesorgt. Die Währungshüter der Eurozone hatten wie erwartet zunächst keine weitere geldpolitische Lockerung angekündigt. Nun beschäftigt vor allem der weiter erstarkende Euro die Börsianer, denn die gegenüber dem Dollar anziehende Gemeinschaftswährung kann tendenziell hiesige Waren verteuern und damit die Erfolgsaussichten der Exporteure aus der Eurozone dämpfen.

Vor diesem Hintergrund ging es vor dem Wochenende auch der Börse in Paris moderat abwärts. Die Londoner Börse hingegen notierte fester, hier stützten Daten zur britischen Wirtschaft, die den dritten Monat in Folge wuchs sowie das schwache Pfund.

Auf Unternehmensseite standen europaweit die Banken mit einem Minus von 1,4 Prozent am deutlichsten unter Druck. Als Konsequenz der sinkenden Ölpreise standen Ölwerte ebenfalls weit oben auf den Verkaufslisten. Ähnlich erging es dem Touristiksektor, auf dem steigende Corona-Neuinfektionen und wieder strengere Quarantäneregeln für Portugalreisende in Großbritannien lasteten.

Bei den Einzelwerten waren besonders starke Kursbewegungen vor allem in den hinteren Börsenreihen zu finden: In der Schweiz sorgte die Aussicht auf eine Übernahme des angeschlagenen Backwarenkonzerns Aryzta für ein Kursfeuerwerke um mehr als elf Prozent. Der Konzern führt derzeit entsprechende Verhandlungen mit der Investmentfirma Elliott des US-Milliardärs Paul Singer.

Auch die sich womöglich anbahnende Übernahme der Borsa Italiana verschaffte der Aktie des aktuellen Besitzers London Stock Exchange (LSE) ein Kursplus - hier waren es knapp zwei Prozent. Wie schon erwartet kündigte die Euronext zusammen mit der mehrheitlich staatlichen italienischen Bank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) ein Kaufangebot an. Euronext-Papiere zogen ebenfalls um knapp zwei Prozent an. Auch die Deutsche Börse wird derzeit als möglicher Interessent für den Kauf der italienischen Börse gehandelt.

Unterdessen verteuerten sich in London nach dem großen Stühlerücken in der Chefetage die Papiere des Bergbaukonzerns Rio Tinto um rund eineinhalb Prozent. Nach heftiger Kritik wegen der Sprengung zweier heiliger Stätten der australischen Ureinwohner wird Konzernchef Jean-Sébastien Jacques seinen Posten spätestens im März 2021 räumen, wenn nicht vorher ein Nachfolger gefunden wird. Auch zwei weitere führende Manager verlassen das Unternehmen./tav/stk

 ISIN  EU0009658145  DE000BASF111  US38141G1040  ES0113900J37  NL0000009132

AXC0154 2020-09-11/12:05

Relevante Links: BASF SE, Banco Santander Central Hispano S.A., Akzo Nobel N.V., Goldman Sachs Group Inc., Euronext N.V., Rio Tinto plc, London Stock Exchange Group plc, Deutsche Börse AG

Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet.