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Wiener Börse 2 - Bankentitel lassen ATX höher schließen / Heimischer Leitindex gewinnt 1,33 Prozent - US-Konjunkturhilfen stützen Handel - Vielzahl von Einzelimpulsen durch Unternehmensnachrichten

Die Wiener Börse hat ihren Handelstag am Montag mit Gewinnen beendet. Insbesondere Banken taten sich zu Wochenbeginn mit Kursaufschlägen hervor und ließen den heimischen Leitindex ATX um 1,33 Prozent höher bei 2.224,13 Punkten schließen. Der breiter gefasste ATX Prime stieg indes um 1,19 Prozent auf 1.136,86 Einheiten.

Für den Auftrieb unter Bankentitel sorgten bis zuletzt die US-Konjunkturhilfen, die US-Präsident Trump per Dekret erlassen hatte, nachdem im US-Kongress die Verhandlungen über ein weiteres Hilfspaket zunächst erneut gescheitert waren. Dass Teile seiner Verfügung auf tönernen Füßen stehen, fand dabei wenig Beachtung. So bedürfen alle Maßnahmen, die neue Finanzmittel erfordern, der Zustimmung des US-Kongresses.

Allerdings blieb die Aufmerksamkeit auch auf den anhaltenden politischen Konflikt zwischen den USA und China gerichtet. Zuletzt hatte die Führung in Peking Sanktionen gegen US-Politiker angekündigt. Diese erfolgten in Reaktion auf US-Sanktionen gegen die Regierungschefin Hongkongs Carrie Lam im Streit um die Einschränkung der Autonomie der chinesischen Sonderverwaltungszone.

Branchenseitig zeigten sich die schwer gewichteten Titel der Erste Group gut gesucht und verteuerten sich um 2,1 Prozent. Die Aktien der Raiffeisen Bank International, die am morgigen Dienstag ihre Bücher öffnen wird, schlossen um 2,3 Prozent höher. Die Anteilsscheine der BAWAG stiegen in diesem Umfeld um 2,8 Prozent.

Wegen coronabedingter Abschreibungen auf die Firmenwerte in drei CEE-Ländern im Ausmaß von rund 120 Mio. Euro erwartet die Vienna Insurance Group (VIG) heuer weniger Halbjahresgewinn. Das Ergebnis vor Steuern (EGT) werde voraussichtlich bei rund 200 Mio. Euro liegen, teilte die VIG mit. Voriges Jahr hatte das EGT bis Juni 258 Mio. Euro betragen. Diese Ankündigungen brachten die Aktien allerdings nicht unter Druck. Die VIG-Aktien gewannen 1,4 Prozent hinzu.

Do&Co gaben dagegen um 2,5 Prozent nach. Die fallende türkische Lira könnte die Titel des Airline-Caterers am heutigen Handelstag erneut in Bedrängnis gebracht haben. Bereits am vergangenen Donnerstag hatte die starke Abwertung der türkischen Währung gegenüber dem Euro laut Experten für satte Abschläge von annähernd zehn Prozent bei den Aktien des Unternehmens gesorgt.

Gut gesucht waren wiederum die Aktien der Post, die am Freitag nach Zahlenvorlage um drei Prozent tiefer aus dem Handel. Heute stieg das Papier des heimischen Logistikers um 2,7 Prozent.

Die Aktien der Semperit verbuchten Kursaufschläge von 4,5 Prozent. Die Analysten der Erste Group und Raiffeisen Centrobank (RCB) erwarten für die am kommenden Freitag anstehende Zahlenvorlage zum zweiten Quartal 2020 von Semperit ein leichtes Umsatzminus verbunden mit klaren Anstiegen bei den Ergebniskennzahlen. Vor allem die Erholung in der Medizin-Sparte dürfte das Zahlenwerk des Herstellers medizinischer Schutzhandschuhe stützten.

Die Lenzing-Papiere stiegen um 3,7 Prozent. Aus Pflichtmeldungen ging unter anderem hervor, dass sich ein Mitglied des Aufsichtsrats des heimischen Faser-Herstellers, Patrick Prügger, am Freitag Wertpapiere des Konzerns um rund 100.000 Euro gekauft habe.

Veröffentlicht wurden am Montag zudem neue Analysen - eine davon von Warburg zur Polytec: Die Experten haben allerdings sowohl ihre Kaufempfehlung ("Buy") als auch das Kursziel von 8,00 Euro für die Aktien des oberösterreichischen Autozulieferers bestätigt. Die Titel fielen heute um knapp ein Prozent auf 5,00 Euro.

Die Raiffeisen Centrobank meldete sich indes zur voestalpine zu Wort. Sie hat ihr Kursziel für die Aktien des oberösterreichischen Stahl- und Technologiekonzerns von 19,50 Euro auf 20,50 Euro hinaufgeschraubt. Die Anlageempfehlung "Hold" in der Studie des Experten Markus Remis blieb unverändert. Die Aktie gewann zu Wochenbeginn 1,76 Prozent auf 20,20 Euro.

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