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Sandoz investiert in europäische Penicillin-Produktion

Der Pharmakonzern Sandoz baut in seinem Werk in Österreich die Penicillin-Produktion aus - auch dank öffentlicher Förderung. Von den geplanten 150 Millionen Euro Investitionen sollen rund 50 Millionen Euro von der öffentlichen Hand als Zuschuss kommen, sagte Österreichs Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) am Montag in Wien. Die Zuschüsse stammten vom Bund und vom Land Tirol, sollen aber auch aus EU-Töpfen geschöpft werden. Dazu habe ihr der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die Unterstützung Deutschlands, das gerade den EU-Ratsvorsitz hat, signalisiert, sagte Schramböck. "Die Coronakrise hat aufgezeigt, dass wir wieder mehr in Europa und in Österreich produzieren müssen", so die Ministerin. Aufgrund des Wettbewerbsdruck sei praktisch die komplette Antibiotika-Produktion inzwischen nach Asien verlagert.

Sandoz als Tochter des Schweizer Novartis -Konzerns sei mit der Produktionsstätte in Kundl in Tirol in der Lage, den wesentlichen Penicillin-Bedarf Europas zu decken, sagte Sandoz-Vorstandsmitglied Christian Pawlu. Nach Angaben des Unternehmens findet in dem Werk die letzte "vertikal integrierte Antibiotika-Produktion" statt, also eine umfassende Produktion, die aufeinanderfolgende Fertigungsschritte vereint. Im Werk werde nicht nur das Produkt, sondern unter anderem auch der Wirkstoff selbst hergestellt.

Novartis hatte in Erwägung gezogen, die Penicillin-Produktion von Kundl nach Asien zu verlagern. Das Wirtschaftsministerium gründete daraufhin unter anderem eine Taskforce, um das zu verhindern. Angesichts der Coronakrise bekam die Produktion von Medikamenten in Europa mehr Gewicht, um die Abhängigkeiten von Asien zu reduzieren. Im Gegenzug für die Förderung verpflichtet sich Sandoz laut Ministerium, relevante Penicillin-Wirkstoffproduktion für die nächsten zehn Jahre in Europa zu halten./mrd/DP/mis

 ISIN  CH0012005267

AXC0192 2020-07-27/13:47

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