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Aktien Europa: Konjunkturoptimismus nach Gipfel-Kompromiss treibt Kurse

Die Einigung der EU-Staaten auf ein Hilfspaket zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise hat am Dienstag Europas Börsen angetrieben. Zwar endeten die viertägigen Verhandlungen mit einem Kompromiss, doch am Ende stand das größte Haushalts- und Finanzpaket der EU-Geschichte.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann am späten Vormittag 1,63 Prozent auf 3443,42 Punkte. Auch an den Länderbörsen ging es aufwärts. In Paris rückte der Cac 40 um 1,29 Prozent auf 5158,76 Punkte vor. Für den FTSE 100 in London ging es um 0,72 Prozent auf 6306,89 Punkte nach oben.

"Die Einigung in Brüssel ist ein Meilenstein", betonte Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der Fondsgesellschaft Union Investment, in einem Kommentar. "Das Hilfspaket erhöht das Wachstum um bis zu einem Prozentpunkt pro Jahr für die nächsten drei Jahre."

Entsprechend zuversichtlich sind Experten für die kommenden Monate gestimmt. "Die zweite Hälfte des Jahres 2020 wird voraussichtlich weltweit ein starkes BIP-Wachstum - ausgehend von einem niedrigen Niveau im zweiten Quartal - aufweisen", schrieb Jason Pidcock, leitender Stratege beim dem Vermögensverwalter Jupiter Asset Management, in einem Ausblick. "Die weiterhin sehr lockere Geldpolitik und steigende Geldmenge, die in den meisten großen Volkswirtschaften zu beobachten ist", werde die Aktienmärkte stützen.

Gesucht waren die Sektoren, die vom EU-Hilfspaket und den erhofften Auswirkungen auf die Konjunktur am stärksten profitieren. Daher standen Bankaktien und die zyklischen Autowerte an der Spitze der Einzelbranchen. Den Banksektor stützten zudem Zahlen der UBS . Die Schweizer Großbank hatte im zweiten Quartal besser als erwartet abgeschnitten. Das Management denkt zudem darüber nach, den Rückkauf eigener Aktien im vierten Quartal wieder aufzunehmen. UBS kletterten um über vier Prozent. Zu den großen Gewinnern gehörten auch italienische Bankenwerte. Italien gilt als einer der Hauptprofiteure des EU-Hilfspakets.

Weniger gefragt waren die defensiven Pharmaaktien. Hatten sie am Vortag noch von Fortschritten in der Entwicklung von Corona-Impfstoffen profitiert, belasteten nun die Zahlen von Novartis . Das zweite Quartal hatte einen Umsatzrückgang für den Pharmakonzern gebracht. Beim Ausblick auf das Gesamtjahr äußerte sich Norvartis zudem zurückhaltender für den Umsatz. Die Aktie gab um 1,3 Prozent nach.

Leichte Verluste erlitten auch Givaudan . Der Duftstoff -und Aromenhersteller war zwar auch in der Corona-Krise weiter gewachsen, wie die Halbjahreszahlen zeigten. Nach dem Höhenflug der vergangenen Monate verlor der Wert nun allerdings 0,3 Prozent. Analyst Gunther Zechmann von Bernstein Research bemängelte zudem den freien Mittelzufluss./mf/mis

 ISIN  GB0001383545  FR0003500008  EU0009658145  EU0009658160

AXC0169 2020-07-21/11:47

Relevante Links: Novartis AG, UBS Group AG, Givaudan SA

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