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Aktien Frankfurt: Dax rutscht wegen neuer Pandemie-Sorgen ab

Die zuletzt verdrängten Sorgen um die Corona-Pandemie und den US-Handelsstreit mit China sind am Dienstag an den deutschen Aktienmarkt zurückgekehrt. Nach zwei klaren Gewinntagen verdarb vor allem ein erneuter Teil-Lockdown in Kalifornien den Anlegern die Stimmung. Der Dax fiel zuletzt um 1,48 Prozent auf 12 610,37 Punkte.

Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte verlor 1,74 Prozent auf 26 515,43 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,6 Prozent nach unten. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial konnte am Vorabend nach einem zwischenzeitlich deutlichen Anstieg kaum noch Gewinne über die Ziellinie retten.

Bei den Anlegern in New York zehrte es an dem zuvor noch spürbaren Optimismus, dass Bars, Kinos und Museen im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat Kalifornien wieder schließen müssen. Außerdem sorgen sich die Anleger wieder mehr um die Beziehungen zwischen den USA und China, nachdem die US-Regierung weitgehende Gebietsansprüche Chinas im Südchinesischen Meer formell zurückwies.

"Umso länger dieser Stop-and-Go-Betrieb anhält, desto ungeduldiger dürften die Anleger an der Börse werden, die aufgrund gestiegener Kurse jetzt nur noch gute Nachrichten tolerieren", kommentierte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets die erneuten Maßnahmen in Kalifornien. Die Investoren warteten jetzt gespannt auf die Berichtssaison, die zu einem Lackmustest für die jüngste Rally werden dürfte.

Am Dienstag wird der Berichtsreigen mit Zahlen von JPMorgan , Wells Fargo und der Citigroup eröffnet. Experten wollen dann in Zeiten der Pandemie einen starken Fokus auf Rückstellungen für Kreditausfälle legen. Deutsche Bankentitel zeigten sich uneinheitlich: Während Deutschen Bank knapp im Minus lagen, stiegen Commerzbank im MDax um 0,9 Prozent.

Hierzulande konnte auch der aktuelle ZEW-Index die Anleger nicht zum Zugreifen ermutigen. Die darin gemessenen Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Juli nach drei Anstiegen in Folge etwas stärker als von Analysten erwartet eingetrübt. "Die erste Euphoriewelle endet", erklärte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank.

Besonders unter Gewinnmitnahmen litten am Vorabend in New York die zuletzt heiß gelaufenen Aktien der großen US-Tech-Giganten wie Microsoft , Apple oder Amazon . Die Welle schwappte über und zeigte sich bei SAP und Infineon , die am Dax-Ende um 3,7 Prozent respektive 4,4 Prozent absackten.

Auch unter den Nebenwerten wurden die Aktien von Tech-Unternehmen abgestoßen. Im MDax lagen die Software-, IT- und Chipzulieferkonzerne Nemetschek , Bechtle und Siltronic mit Abgaben von mindestens fünf Prozent ganz hinten. Im SDax galt gleiches für den Chipausrüster Aixtron .

Zu den wenigen Gewinnern im Dax gehörten hauptsächlich die defensiven Aktienwerte. Spitzenreiter waren die 0,7 Prozent höheren Papiere der Deutschen Telekom , aber auch Deutsche Wohnen und Vonovia bewegten sich knapp im Plus.

Ansonsten trieb ein erhöhter Jahresausblick die Anleger von Hellofresh am Dienstag nur vorübergehend wieder in die Aktien. Mit einem frühen Anstieg glichen sie ihren Vortagesverlust von fast fünf Prozent mehr als aus, dann aber setzten Anleger ihre Gewinnmitnahmen fort. Zuletzt lagen sie mit fast drei Prozent im Minus.

Der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer ist im zweiten Quartal dank guter Geschäfte mit der Pharmaindustrie leicht gewachsen. Das erzielte operative Ergebnis fiel dabei spürbar besser aus als von Experten gedacht. Dies und positives Analystenfeedback verhalfen dem Kurs nach zögerlichem Start mit 0,4 Prozent ins Plus./tih/jha/

 ISIN  DE0008469008  EU0009658145  DE0008467416

AXC0145 2020-07-14/12:10

Relevante Links: SAP SE, HelloFresh SE, Microsoft Corp., Wells Fargo & Company, Nemetschek SE, Aixtron SE, Deutsche Bank AG, Deutsche Telekom AG, Amazon.com Inc., Gerresheimer AG, Vonovia SE, Bechtle AG, Siltronic AG, Deutsche Wohnen SE, Infineon Technologies AG, JP Morgan Chase & Co., Apple Inc., Commerzbank AG, Citigroup Inc.

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