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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax rutscht wegen neuer Pandemiesorgen ab

Die zuletzt verdrängten Sorgen um die Corona-Pandemie und den US-Handelsstreit mit China kehren am Dienstag an den deutschen Aktienmarkt zurück. Unter anderem hatte ein erneuter teilweiser Lockdown in Kalifornien am Vorabend den Anlegern an den US-Börsen die Stimmung verdorben. Nach zwei klaren Gewinntagen folgte der Dax dieser Vorgabe und den schwachen Asienbörsen. Der deutsche Leitindex fiel am Morgen um 1,72 Prozent auf 12 579,93 Punkte.

Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte verlor 1,79 Prozent auf 26 502,18 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,4 Prozent nach unten. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial konnte am Vorabend nach einem zwischenzeitlich deutlichen Anstieg kaum noch Gewinne über die Ziellinie retten.

Bei den Anlegern in New York zehrte es an dem zuvor noch spürbaren Optimismus für mögliche medizinische Gegenmittel in der Pandemie, dass Bars, Kinos und Museen im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat Kalifornien wieder schließen müssen. Außerdem sorgen sich die Anleger wieder mehr um die Beziehungen zwischen den USA und China, nachdem die US-Regierung weitgehende Gebietsansprüche Chinas im Südchinesischen Meer nun auch formell zurückwies.

"Umso länger dieser Stop-and-Go-Betrieb anhält, desto ungeduldiger dürften die Anleger an der Börse werden, die aufgrund gestiegener Kurse jetzt nur noch gute Nachrichten tolerieren", kommentierte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets die erneuten Maßnahmen in Kalifornien. Die Investoren warteten jetzt gespannt auf die Berichtssaison, die zu einem Lackmustest für die jüngste Rally werden dürfte. Am Dienstag wird sie im US-Bankensektor mit Zahlen von JPMorgan , Wells Fargo und der Citigroup eröffnet.

In Deutschland stand mit Hellofresh ein Corona-Krisen-Gewinner positiv im Rampenlicht. Der Kochboxenversender erhöhte wegen der hohen Nachfrage erneut die Prognose für das laufende Jahr. Dies und ein positiver Analystenkommentar der Credit Suisse kamen bei Anlegern gut an, die Aktien glichen ihr fünfprozentiges Vortagsminus anfangs aus. Allerdings ließ der Schwung mit zuletzt noch 2,5 Prozent Plus nach.

Auch der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer ist im zweiten Quartal dank guter Geschäfte mit der Pharmaindustrie leicht gewachsen. Das erzielte operative Ergebnis fiel dabei spürbar besser aus als von Experten gedacht. Dies und eine bestätigte Jahresprognose war den Anleger jedoch nicht verlockend genug, die Papiere fielen marktkonform um 1,6 Prozent.

Besonders unter Druck geraten waren am Vorabend in New York die zuletzt heiß gelaufenen Aktien der großen US-Tech-Giganten wie Microsoft , Apple oder Amazon . Die Welle der dort spürbaren Gewinnmitnahmen schwappte über und zeigte sich etwa bei SAP und Infineon , die am Dax-Ende um 3,7 Prozent respektive 4,4 Prozent absackten. Im Leitindex gab es keinen Gewinner.

Auch unter den Nebenwerten wurden die Aktien von Tech-Unternehmen abgestoßen. Im MDax lagen die Software-, IT- und Chipzulieferkonzerne Nemetschek , Bechtle und Siltronic mit Abgaben von mindestens 4,5 Prozent ganz hinten. Im SDax galt gleiches für den Chipausrüster Aixtron ./tih/jha/

 ISIN  DE0008469008  EU0009658145  DE0008467416

AXC0103 2020-07-14/09:54

Relevante Links: SAP SE, HelloFresh SE, Microsoft Corp., Apple Inc., Aixtron SE, Amazon.com Inc., Gerresheimer AG, Bechtle AG, Siltronic AG, Infineon Technologies AG, Nemetschek SE, JP Morgan Chase & Co., Wells Fargo & Company, Citigroup Inc.

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