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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Hoffnung auf US-Staatshilfe treibt an

Anlegerhoffnungen auf weitere Konjunkturhilfen der US-Regierung und die Rückendeckung der Notenbanken für die Finanzmärkte haben dem deutschen Aktienmarkt am Dienstag einen kräftigen Schub nach oben verpasst. Dies überlagerte die Ängste vor einer zweiten Corona-Infektionswelle, nachdem die Zahl der Infizierten bei dem von einem Pekinger Großmarkt ausgehenden Virus-Ausbruch weiter gestiegen ist. Auch aus dem US-Bundesstaat Texas wurden zunehmende Infektionen gemeldet.

Nach sechs Handelstagen in Folge mit Verlusten ging es am Dienstag mit dem Dax kräftig bergauf. Am Nachmittag stieg der Leitindex sogar um bis zu 4,4 Prozent und schloss mit einem Gewinn von 3,39 Prozent bei 12 315,66 Punkten. Der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte rückte um 2,45 Prozent auf 26 056,52 Punkte vor.

Auch die anderen Leitbörsen in Europa verbuchten kräftige Kursaufschläge. So endete der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 3,39 Prozent höher bei 3242,65 Punkten. Der FTSE 100 in London gewann 2,94 Prozent und der Cac 40 in Paris kletterte um 2,84 Prozent aufwärts. Der Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsschluss rund 1,9 Prozent im Plus.

Kreisen zufolge will die US-Regierung zur Bekämpfung der Corona-Krise eine weitere Billion US-Dollar über Infrastrukturausgaben in die heimische Wirtschaft pumpen. Zudem beginnt nun die US-Notenbank Fed mit dem direkten Kauf einzelner Unternehmensanleihen im Rahmen eines ihrer Konjunkturprogramme, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern.

Die Erwartungen an die Konjunktur in Deutschland haben sich derweil ein klein wenig aufgehellt. Eine Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung unter Finanzmarktakteuren fiel etwas besser aus als erwartet.

Die Aussichten auf milliardenschwere Investitionen der USA in die Infrastruktur des Landes ließen den Kurs von HeidelbergCement an der Spitze des Dax um fast 7 Prozent nach oben schnellen. Der Baustoffkonzern ist in Nordamerika sehr aktiv. Mit einem Aufschlag von 5,3 Prozent für Hochtief zeigte sich eine weitere Aktie aus dem Bausektor sehr fest. Sie lag an der Spitze des MDax.

Zalando-Papiere fielen hingegen als Schlusslicht im MDax um 4,2 Prozent. Der Großaktionär Kinnevik trennte sich von einem weiteren Aktienpaket, will nun mit rund 21 Prozent Restanteil wohl aber länger investiert bleiben.

Daneben sorgten Analystenkommentare für Bewegung. So verhalf eine Kaufempfehlung der Bank of America den Daimler-Aktien zu einem Plus von 3,7 Prozent. Gleichzeitig strich die Investmentbank die Kaufempfehlung für Volkswagen, woraufhin die Aktien mit plus 0,2 Prozent am Ende des Dax lagen.

Die Commerzbank riet bei Bayer zum Kauf, woraufhin die Aktien um 5,6 Prozent zulegten. Eine Kaufempfehlung des Bankhauses Metzler bescherte den Aktien der Reederei Hapag-Lloyd ein Kursplus von 7,9 Prozent.

Der Kurs des Euro gab im Tagesverlauf stetig nach und notierte zuletzt bei 1,1255 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag noch auf 1,1308 Dollar festgesetzt.

Weil die Risikobereitschaft von Anlegern wieder zunahm, wurden als sicher geltende Staatsanleihen gemieden. So gab der Rentenindex Rex um 0,12 Prozent auf 144,59 Punkte nach. Entsprechend stieg die Umlaufrendite von minus 0,44 Prozent am Vortag auf minus 0,41 Prozent. Der Bund-Future sank um 0,05 Prozent auf 175,30 Punkte./edh/he

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

 ISIN  DE0008469008  DE0008467416

AXC0363 2020-06-16/18:09

Relevante Links: Bayer AG, Daimler AG, Hapag-Lloyd AG, HeidelbergCement AG, Zalando SE, Hochtief AG

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